Samstag, 16. April 2011

Erkenntnis des Tages #14: 2 in 1

Es ist immer wieder schön, wie einem die Welt zeigt, dass es sinnvoller ist, nicht dem Mainstream zu folgen. Dazu sind mir bei meinem gestrigen Besuch im Seven hier in Saarbrücken zwei Erkenntnisse gekommen, die relativ nah beieinander liegen, deswegen (und weil ich noch Restalkohol habe und zu faul bin) gibt's nur einen Post für beide:
1. Diese ganzen 08/15 Discos sind einfach so unheimlich viel teurer, als Discos in denen nicht nur Hip Hop, R'n'B und Elektro-Kram kommt, weil sie sich mit ihrer musikalischen Gleichschaltung alle gegenseitig die Kundschaft wegnehmen. In der Folge ist der Laden relativ leer, was nicht etwa durch niedrigere Preise ausgeglichen wird, um die Leute anzulocken, sondern im Gegenteil durch höhere, weil der Laden sonst relativ schnell pleite geht. Ich hab', glaub' ich zumindest, noch nie so viel Geld in so 'nem Laden liegen lassen, schon gar nicht für 3 Bier, einen Gin Tonic und eine Runde roten Wodka.



2. Man kommt sich in diesen Läden einfach so unheimlich wichtig und einzigartig vor, wenn man ein Lagwagon T-Shirt trägt. Dabei ist Lagwagon sicherlich eine ziemlich bekannte Band, wenn man sich ein paar Zentimeter vom Mainstream wegbewegt, aber da nicht nur die Musik überall gleichgeschaltet ist, sondern sich auch das Publikum total entindividualisiert (gibt's das Wort? ^^) und jeder irgendwie das gleiche trägt, sieht man extrem einfach ein bisschen individuell aus, selbst, wenn man nur 'ne Jeans, ein schwarzes T-Shirt und einen beigen Hoodie anhat... Naja, aber ist halt sehr viel einfacher, wenn man nicht selbst denken muss, sondern sich von anderen diktieren lässt, was einem gefällt.



Insgesamt kann man beides wahrscheinlich zusammenfassen zu:
Es ist schön anders zu sein!

Dienstag, 12. April 2011

Musiktipp des Tages #2: La Vela Puerca

Frühling ist Ska Zeit! Wenn's zum ersten mal wieder warm wird und die Sonne raus kommt, gibt's kaum was besseres als Ska zu hören, schließlich ist es absolute gute Laune Musik. Da wir aber April haben und sich das heute auch klar an der Wetterlage bemerkbar macht, passt das wohl nicht mehr ganz so, oder? Falsch gedacht!
La Vela Puerca kommen aus Uruguay und sind eines der Aushängeschilder des Latin-Ska, der zeichnet sich auch dadurch aus, dass nicht nur die Songs auf Spanisch sind, sondern auch der Einfluss spanischer bzw. südamerikanischer Musikarten klar hörbar ist. Gerade die älteren Songs, wie etwa "Madre Resistencia", zeigen diesen Einfluss südamerikanischer Musik deutlich. Dadurch sind die Songs auch durchaus etwas ruhiger und langsamer als bei dem meisten "normalen" Ska bzw. Ska Punk, was Bands wie La Vela Puerca ein relativ weites Spektrum verschiedener Songarten eröffnet und die Musik auch für die verschiedensten Stimmungslagen oder auch Wetterlagen eignet.
Erster Anspieltipp: Zafar (mein absolutes Lieblingslied der Band)

Allgemein ist das Album "A Contraluz" sehr ordentlich und auch abwechslungsreich, jedoch hauptsächlich mit ruhigeren Nummern wie Zafar, aber durchaus auch mit rockigeren Titeln wie "Caldo Precoz" und mein Lieblingsalbum der Südamerikaner.
Weitere Anspieltipps: Alta Magia und Paren Hoy von "Deskarado"; El Huracán, Potosí und José Sabía von "De Bichos y Flores"; Llenos de Magia, Dice und De Atar von "A Contraluz" und Frágil, El Señor und Para no Verme Más vom immer noch aktuellsten Album "El Impulso".
Ihre Bekanntheit in Deutschland verdanken sie übrigens den Ärzten, die sie bei diversen Konzerten supporten durften, im Gegenzug durften Die Ärzte dann La Vela Puerca in Südamerika supporten, wo die Band große Hallen füllt.


Fazit: Schöne chillige Musik auf Spanisch, wechselhaft wie der April, die sich auch für ruhige Sommerabende extrem gut eignet.

PS: Den Taubertalgängern unter euch sei noch gesagt, dass die Herren dieses Jahr auch wieder vorbeischauen werden. Lohnt sich!

Montag, 28. März 2011

Musiktipp des Tages #1: Tito & Tarantula

Ich hab mir was neues ausgedacht! Da Musik meine große Liebe ist, lass ich euch alle an ihrer Schönheit teilhaben und küre ab jetzt den ein oder anderen Musiktipp des Tages, natürlich immer gleich mit Anspieltipps.

Da ich sie gerade höre ist der erste Tipp die mexikanische Kultband Tito & Tarantula, vielen sicherlich (zumindest unbewusst) bekannt als Vampir-Band im Titty Twister aus dem Tarantino und Rodriguez Kultklassiker From Dusk Till Dawn.



Aber auch wenn After Dark das bekannteste und mindestens eines der besten im Repertoire der Gruppe um Tito Larriva ist, darf man die Band keinesfalls auf die beiden Songs zu From Dusk Till Dawn reduzieren (After Dark und Angry Cockroaches). So großartige Songs wie Mexico, Bleeding Roses, Strange Face of Love, Jupiter, Bitch, Regresare, Torn to Pieces, La Flor de Mal, Monsters oder Machete kann man einfach nicht unter den Teppich kehren, zeigen sie doch die Vielseitigkeit von Tarantinos Lieblingsband.

Ein Konzertbesuch lohnt sich übrigens absolut! Ich persönlich habe die Band bereits zwei Mal gesehen und werde im Sommer auch ein drittes folgen lassen und muss sagen, dass es keine coolere Band geben kann. Unvergessen das erste Konzert im AKW in Würzburg (welches trotz Atomdebatte nichts mit Kernenergie zu tun hat) bei dem Tito zu allererst mal klar stellte, dass sämtliche Fehler, die während des Konzertes passieren, absichtlich gemacht werden, den Roadie quasi zur Verzweiflung getrieben hat, indem er das Kabel immer falsch eingesteckt hat und natürlich während Angry Cockroaches gleich zwei Mal die gleiche Saite zerstört hat, aber beim zweiten Mal einfach weiter gespielt hat.

Fazit: Wer extrem chillige, sommergeeignete Musik oder einen Soundtrack für den nächsten Roadtrip sucht und auf staubige Gitarren steht, ist mit Tito & Tarantula bestens bedient!


Dienstag, 15. März 2011

Erkenntnis des Tages #13: Politik und Politiker sind zum Kotzen!

An sich nichts, was ich nicht schon vorher gewusst hätte, aber in letzter Zeit wird einem mal wieder anschaulich gezeigt, dass es so ist. Da muss man sich doch fragen, ob alle Politiker glauben, das Volk bestünde nur aus Vollidioten oder zumindest, ob dem nicht tatsächlich so ist.
Zuerst dieser Skandal, in dem ein blaublütiger Politiker und seine Sympathisanten (welche wohl einen nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung einnehmen, warum auch immer) der Meinung sind, dass er aufgrund seiner Stellung eine Sonderbehandlung verdient und was noch viel schlimmer ist, diesem Mann, der in aller Öffentlichkeit die Leute betrogen und belogen hat, immer noch vertrauen. Dafür fehlt mir einfach jegliches Verständnis.
Dass sich dann die Frau Bundeskanzlerin hinstellt und behauptet, es sei noch nie so viel Unehrlichkeit und Scheinheiligkeit in der Politik gewesen, mag stimmen, denn im geheimen gibt es bestimmt etliche weitere Fälle, die mit dem Fall zu Copyberg vergleichbar wären, aber nur auf die anderen zu zeigen und dann auch noch zu behaupten, man müsse sich nicht von den anderen erklären lassen, für welche Werte man stehe, ist doch einfach nur die absolute Lächerlichkeit!

Jetzt der nächste Fall: die neu entfachte Atomdebatte, weil in Japan ein großes Unglück passiert ist. Schon steht die Opposition auf den Barrikaden, "Sofort abschalten!" wird da gefordert...ja, sinnvoll, also, bis man Alternativen bereitgestellt hat, im Mittelalter versinken oder was? Abschalten muss man aus meiner Sicht schon lange und anscheinend soll es ja auch ein Konzept geben, was die Abschaltung möglich macht, ohne Stromzukauf aus dem Ausland, der ja immer als großes Hindernis angeführt wird. Was die Politik jetzt aber macht, ist einfach nur lächerlich, nämlich auf die Dummheit der Masse setzen; die einen, indem sie reißerische Parolen schmettern, die komplett undurchdacht sind und die anderen, nämlich Bundesclown und Vize-Bundesclown, stellen sich hin und sagen, dass man jetzt 3 Monate aus der Laufzeitverlängerung aussteigt, um zu überprüfen, was mit den AKWs in Deutschland passiert, was danach dabei rauskommt, kann Bundesclown #1 auch nicht sagen. Ich kann's ihr sagen: In 3 Monaten, wenn die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, BaWü, Rheinland-Pfalz, Bremen und die Kreiswahlen in Hessen vorbei sind, werden Bundesclown #1 & #2 wieder vor den Kameras stehen und verkünden, sie seien zu dem Schluss gekommen, dass die deutschen AKWs sicher seien und sich ins Fäustchen lachen.

Man fragt sich jetzt vielleicht, warum man nicht einfach dieses Konzpet umsetzt, dass es anscheinend gibt. Gute Frage! Einfache und wirklich traurige Antwort: weil es nicht möglich ist, dass in der Politik alle am selben Strang ziehen. Sagt die Regierung, die Sonne scheint, muss die Opposition sagen, es würde regnen, selbst, wenn sie genau weiß, dass es nicht stimmt.

Natürlich mag der ein oder andere bemerken, ich sei sehr pessimistisch; das stimmt und liegt ganz einfach daran, dass mich die Politik in diesem Land gelehrt hat, pessimistisch und misstrauisch gegenüber jeder Entscheidung zu sein, die sie produziert. Herzlichen Glückwunsch!

Sonntag, 14. November 2010

Erkenntnis des Tages #12: November ist irgendwie mein Konzertmonat

Der November scheint für großartige Konzerte irgendwie sehr gut geeignet zu sein, vor allem um den 17. herum habe ich schon diverse großartige Konzerte besucht, was dieses Jahr allerdings leider ausfallen wird, weil das Against Me! Konzert am 16. gecancelt wurde, worüber ich mich wirklich sehr ärgere, denn das wäre mit 100%iger Wahrscheinlichkeit großartig geworden!
2004 war das erste November-Konzert, das erwähnenswert ist; 17.11. Flogging Molly mit den Street Dogs und The Briggs im Stattbahnhof in Schweinfurt. Kaum zu glauben, dass ich das Konzert von Flogging Molly damals eher strange fand und nur ein Lied kannte, zählen sie doch mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsbands, auf Platte und besonders auch live.
Auf den Tag genau ein Jahr später, 17.11.2005, das zweite Flogging Molly Konzert und gleichzeitig das zweite Millencolin Konzert in der Lades Halle in Erlangen bei der Eastpack Antidote Tour. Erkannte ich 2004 noch nur einen Song von Flogging Molly, war es 2005 umgekehrt: bis auf einen Song kannte ich alles. Peinlicherweise war dieser eine Song aber Drunken Lullabies, das bekannteste Lied. Unvergessen von diesem Abend auch The Ballad von Millencolin, was Sänger Nikola Sarcevic alleine nur mit Akustik-Gitarre zum besten gab und dabei vom Publikum übertönt wurde. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.
Auch am nächsten 17.11., im Jahr 2006, war wieder ein großartiges Konzert angesetzt: The Loved Ones und Strike Anywhere im Stattbahnhof in Schweinfurt, wobei das eigentlich großartige Konzert das der Loved Ones darstellt, die an diesem Abend übrigens ihr allererstes Konzert auf europäischem Boden gespielt haben.
Etwa eine Woche später, am 26.11. gab es dann die Red Hot Chili Peppers in der Messehalle in Frankfurt, wo ich in der 3. Reihe stand und neben einigen großartigen Fotos nur großartige Erinnerungen von habe.
2007 gab es immerhin Rise Against und Turbostaat in Saarbrücken und 2008 The Subways und Millencolin, ebenfalls in Saarbrücken und Tribute to Nothing zu Hause im Club. Wobei das Millencolin Konzert, dieses Mal am 15., das beste war, was ich bisher von ihnen gesehen habe. Leider funktionieren die auf Festivals nicht so gut, deswegen freue ich mich auch jetzt schon auf den 20. April, wenn sie wieder in die Garage kommen.
Das letzte Jahr brachte dann das Aalener Jazz Fest mit Marcus Miller, einem der besten noch lebenden Bassisten der Welt, Biffy Clyro in der Garage, Placebo in der SAP Arena in Mannheim und Hot Water Music wieder in der Garage.
Auch dieses Jahr hat's der November in sich gehabt; seit Freitag letzter Woche war ich auf vier super Konzerten: Samiam mit The Casting Out und A Death in the Family im JUZ in Saarbrücken, Jimmy Eat World im E-Werk in Köln, Danko Jones in der Garage und den Swingin' Utters im kleinen Club der Garage. Besonders das Jimmy Eat World Konzert ist hierbei hervorzuheben; neben der großartigen Setlist und der nahezu perfekten Show war das Konzert auch noch überragend abgemischt.

Wer mich kennt, weiß, dass es nicht nur den Eindruck macht, dass ich so gut wie keine Gelegenheit auslasse, auf Konzerte zu gehen. Dabei ist es oftmals garnicht unbedingt so, dass ich viel von der Band kenne. Das mag für einige schwer zu verstehen sein, ist das doch mal ganz nüchtern betrachtet ziemlich teuer, ständig auf Konzerte zu rennen, außerdem steht man oft dicht gedrängt und hat am Ende des Abends diversen Fremdschweiß am durchgeschwitzten T-Shirt oder steht hinter einem Riesen und sieht eher eingeschränkt. Trotzdem lohnt es sich in den allermeisten Fällen doch immer wieder und die meisten der schönsten Erinnerungen, die ich im Zusammenhang mit Musik habe, sind von Konzerten. Am besten hat's wohl Moderator Markus Kavka auf den Punkt gebracht:
Am Ende des Tages ist es nur 'ne Band die auf der Bühne steht und Musik macht und trotzdem würden viele Leute sagen, dass sind so die wichtigsten Momente und die tollsten in ihrem Leben.

Freitag, 5. November 2010

Erkenntnis des Tages #11: Es ist Winter!

Ein weiser Mann mit Bart und Plauze hat beschlossen, dass es nur zwei Jahreszeiten gibt: Sommer und Winter. Beginn und Ende vor allem des Winters werden dabei nicht durch den Sonnenstand festgelegt, sondern einzig und allein durch die Tatsache, wann dieser Denker und Philosoph anfängt, lange Hosen zu tragen, was maximal im Zeitraum zwischen November und Februar der Fall ist.

Oder, um es mit den Worten von Papst Pius IX auszudrücken:
1. Wer behauptet, es gäbe mehr Jahreszeiten als den Sommer und den Winter - der sei verflucht.
2. Wer behauptet, Beginn und Ende des Winters würden nicht dadurch festgelegt werden, ob Alex eine kurze oder lange Hose trägt - der sei verflucht.

Freitag, 15. Oktober 2010

Erkenntnis des Tages #10: Ich sollte öfter Pfannkuchen machen...

...dann hab ich die verschiedenen Mengenangaben vielleicht auch mal auswendig im Kopf. Bei Kaffeelikör ist das übrigens kein Problem, den könnte ich wahrscheinlich auch nach 2 Flaschen von dem Zeug noch machen...sollte mich das beunruhigen? Oder liegt das am langsam steigenden Alter?

Donnerstag, 23. September 2010

Wie gute Bands doch von einem Album zum nächsten richtig schlecht werden können.

Es ist immer wieder schön, wenn man tolle unbekannte Bands entdeckt. Für mich waren Far From Finished eine solche Band.
Zum ersten Mal habe ich sie im kleinen Club der Garage in Saarbrücken gesehen, ziemlich genau vor zwei Jahren, also vorher mal reingehört. Ich stand sogar neben dem Sänger am Waschbecken, kannte die Jungs damals aber eben noch nicht so wirklich und habe ihn deswegen auch nicht angesprochen, aber egal...
Erst hinterher habe ich bemerkt, dass die Band wirklich klasse ist, vor allem das damals aktuelle Album "Living in the Fallout" gefällt mir richtig gut, ich würde es sogar zum erweiterten Kreis meiner Lieblingsalben zählen. Nach einem weiteren Konzert der vier Jungs aus Boston beim Nauwieser Fest im letzten Jahr, habe ich mich wirklich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass sie im Oktober wieder in den kleinen Club nach Saarbrücken kommen und dass es auch ein neues Album geben wird.
Soeben habe ich das neue Album zum ersten Mal angehört und ich bin wirklich sehr erschrocken und hab' erstmal bei MySpace gecheckt, ob das wirklich die gleiche Band ist und nicht eine andere Band mit dem selben Namen...nein, das sind wirklich DIE Far from Finished. "Forgettable" heißt das neue Album und hier scheint Name wirklich Programm zu sein; das ist nicht die coole Punkrock-Quartett aus Boston mit Streetpunk-Einflüssen, die ich vor ca. zwei Jahren entdeckt habe. Nichts mehr zu hören von punkigen Gitarren, kein bisschen Kratzen mehr in der Stimme. Das ist einfach nur zum vergessen, was die mittlerweile fünf Jungs da gemacht haben. Poppig, kaum hört man mal die alten Streetpunk-Wurzeln heraus, alles viel zu glatt, von den Gitarren bis zur Stimme...einfach nur Pop-Punk Einheitsbrei à la (der neuen) Green Day Alben und Bands, die durch den Emo-Hype bekannt wurden.
Zwischendurch Trompeten? Hilfe! Die sind doch keine Ska-Band...naja, trotzdem ist Lied zehn das bisher beste Lied, vielleicht scheint es gegen Ende doch noch besser zu werden...aber vier gute Lieder von dreizehn machen noch kein gutes Album. Und so ist es...Lied 11 fängt zwar gitarrentchnisch vielversprechend an, verläuft sich aber sofort wieder und gipfelt in "Schalala"-Parts bei den Backing-Vox!? Tiefpunkt eines wirklich schlechten Albums.
Sehr, sehr schade...und nun stellt sich auch natürlich gleich die Frage, ob ich trotzdem zum Konzert gehe...koset zwar nur 11€, aber wenn sie viele Songs der neuen Platte spielen, ist es das nicht wert.
Ich höre jetzt wieder Living in the Fallout und stelle fest, dass ich die Songs von Forgettable schon wieder zum Großteil vergessen habe...

Zum Abschluss noch der direkte Vergleich:
Roses and Razorblades von Living in the Fallout:


Der Titelsong des neuen Albums Forgettable:

Mittwoch, 22. September 2010

Derbyfieber

Am vergangenen Wochenende gab's zwei sehr heiße Derbys in der deutschen Fußball Bundesliga, was die Sport-Seite sportal zum Anlass genommen hat, eine Top10 Liste der größten Derbys im deutschen Fußball aufzustellen. Natürlich waren so die üblichen Verdächtigen mit dabei: Bayern gegen 1860, Nürnberg gegen Fürth, Chemie gegen Lok Leipzig und natürlich auch St. Pauli gegen den HSV und der BVB gegen Schalke.

Dass eine Top10 Liste nur Platz für 10 Derbys lässt, liegt in der Natur der Sache und so kam es natürlich zu Diskussionen und teilweise hitzigen Kommentaren von Usern, die der Meinung waren, da fehle dieses und jenes Derby, so schrieb irgendjemand folgendes:

"was ist mit Stuttgart gegen karlsruhe? Das ist für mich ein Derby im Gegensatz zu Bayern gegen 60 oder nürnberg gegen fürth"

Man kann dem User durchaus Recht geben, dass er sich darüber beschwert, dass die Hassduelle zwischen den schwäbischen Stuttgartern und den badischen Karlsruhern irgendwie in der Liste gefehlt haben, was die beiden anderen anderen Duelle gegenüber dem Baden-Württemberg Derby aber haben ist eine wirkliche geografische Nähe zueinander, der FC Bayern und der TSV 1860 sind beide Münchner Vereine und die fürther "Trolli Arena" (ja, sie haben es geschafft einen noch lächerlicheren Namen als "Playmobil Stadion" zu finden) ist vom nürnberger "easyCredit-Stadion" (mit Stadionnamen scheint man's in Franken allgemein nicht so zu haben) laut Google Maps 13,7 km entfernt, zwischen dem Wildparkstadion in Karlsruhe und der Mercedes Benz Arena in Stuttgart liegen immerhin knapp 85 km.

Wikipedia spuckt zum Thema Derby übrigens folgendes aus:

Der Begriff Derby (engl. [ˈdɑː(r)bɪ], häufig auch Lokalderby, im spanischen Sprachgebrauch Clásico, in Nordamerika crosstown rivalry) bezeichnet ein spezielles Ereignis im Mannschaftssport, bei dem zwei meist rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinander treffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse eine hohe symbolische Bedeutung und starke Emotionen werden hervorgerufen.

Als die bekanntesten Beispiele für Fußballderbys gelten das als Old Firm bekannte Glasgower-Duell zwischen dem Celtic FC und dem Rangers FC sowie das als Superclásico bezeichnete Spiel zwischen Boca Juniors und River Plate in Buenos Aires. Eines der bekanntesten deutschen Derbys ist das Revierderby zwischen den beiden Vereinen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, welche sich seit Jahrzehnten um den Rang der besten Fußballmannschaft des Ruhrgebietes streiten. Allerdings ist das Frankenderby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth das in Deutschland am häufigsten ausgetragene Derby. In Österreich ist das Wiener Derby zwischen Rapid und Austria wohl das bekannteste Beispiel. Es ist nach dem Old Firm das am zweithäufigsten ausgetragene Fußballderby Europas.

Ein Beispiel für ein Derby in einer anderen Sportart als Fußball sind die New Yorker Subway Series in der Major League Baseball.


Es wird also ganz klar die geografische Nähe als Kriterium für ein Derby gesehen, genauso wie die die außersportliche Brisanz und den Stellenwert eines Erfolges gegen den Rivalen, was von sportal in früheren Artikeln auch immer wieder betont wurde. Nun kann man natürlich streiten, ob nicht mal 70 km wirklich so einen riesen Unterschied machen, worüber man aber eigentlich nicht diskutieren kann, ist der absolut lächerlich inflationäre Gebrauch des Wortes Derby im deutschen Sportjournalismus, so berichtete sportal heute im Liveticker der Begenung VfB Stuttgart gegen 1. FC Nürnberg: "Dann ist Schluss! Im Südderby schlägt der 1. FC Nürnberg den VfB Stuttgart mit 2:1!" Natürlich ist dadurch dann quasi jedes Spiel ein Derby, denn so groß ist Deutschland ja nicht, dass es wirklich große Entfernungen zwischen zwei Städten gibt. Deswegen ist Bayern München gegen Werder Bremen das Nord-Süd-Derby, Bayern gegen Stuttgart das Süd-Derby, Bremen gegen Hamburg das Nord-Derby, Stuttgart gegen Freiburg das Süd-Derby (der aufmerksame Leser hat's gemerkt, schon das dritte, sollte man jetzt auch mal wirklich durchnummerieren), in den 90ern war Dortmund gegen Bayern auch ein Derby, nur weil beide Vereine die Meisterschaft öfter unter sich ausgemacht haben, fehlt eigentlich noch Bochum gegen Bayern als Fan-Freundschafts-Derby oder Energie Cottbus gegen den FC Saarbrücken als Ost-West-Derby...braucht man schließlich auch...was die beiden Vereine verbindet? Nix...nur die nahe Grenze nach Osten bzw. Westen...also ein klares Derby, oder nicht?

Ständig wird irgendwo ein Derby aus einem normalen Spiel gemacht, das für die eingefleischten Fans keine größere Bedeutung hat als jedes andere Spiel auch, weil es eigentlich überhaupt keine wirkliche Rivalität (außer der rein sportlichen natürlich) zwischen den beiden Vereinen gibt. Warum? Höchstwahrscheinlich, um das Interesse an einem oftmals belanglosen Spiel zu steigern, um höhere Einschaltquoten, mehr Leser oder mehr Klicks zu bekommen...ändert das etwas an der Tatsache, dass es höchst lächerlich ist? Nein!